Gegengewichte für die EQ6

Da mir fertige Gegengewichte schlichtweg zu teuer sind und ich zudem die Möglichkeit habe, solche Gewichte selbst zu fertigen, habe ich mich entschlossen das auch zu tun.

Dank der Firma, bei der ich angestellt bin, kann ich gelegentlich in der Schlossereiabteilung mein Astro-Equipment erweitern. In diesem Fall sind es Gegengewichte für die EQ6.
Als Material wird hier eine Eisenstange mit 90mm Durchmesser verwendet, die ich mit Hilfe der Kaltsäge ablänge. Anschließend werden, exakt mittig, die Löcher für die Gegengewichtstange gebohrt. Ich habe zuerst mit einem kleineren Bohrer (8mm) vorgebohrt, danach mit dem 18,5mm-Bohrer die endgültige Bohrung gesetzt. Wegen der Optik und der besseren Führung beim aufschieben auf die Stange habe ich die Löcher anschließend noch angesenkt.
Damit die Gegengewichte nicht auf der Stange hin und her rutschen sollen sie gesichert werden. Das geschieht, wie üblich, mit einer Klemmschraube, die auf die Gegengewichstange drückt. Ich habe mich für eine M6-Edelstahlschraube entschieden.
Um das Gewinde einbringen zu können musste ich zunächst die Vorbohrung erledigen (5mm-Bohrung). Danach habe ich den Schaftdurchmesser des Gewindebohrers gemessen und einen um 0,5mm dickeren Bohrer gewählt, der dann das vorgebohrte Loch vergrößert hat. Dabei ist darauf zu achten dass die letzten 15mm keinesfalls durchbohrt werden. Die letzten 15mm sollen das Gewinde erhalten, welches ich mit einem M6-Gewindebohrer in das Material geschnitten habe.
Mit einem entsprechenden Gewindebolzen habe ich das Gegengewicht nach den Bohrarbeiten am Bohrfutter eingespannt, so dass sich das Gewicht mit rund 1000 U/min drehen konnte. Zuerst werden mit Hilfe einer Feile die groben Struktiren der Sägefläche abgefeilt und eine schöne Rundung an den Rändern angebracht. Mit Schleifpapier wurde dann der ganze Körper abgeschliffen, so dass kein Flugrost mehr auf dem Material vorhanden war.
Vor dem Lackieren sollte man das Metall gründlich mit einer ‚Nitro-Verdünnung‘ abwaschen um Öle und Fette zu entfernen. Vor der eigentlichen Lackierung habe ich einen Haftgrund aufgetragen. Das sollte sicherstellen dass der Decklack gut am Material haftet und nicht gleich bei jedem Stoß abplatzt. Der Lack wird vor dem Ofen im Wohnzimmer richtig schnell trocken (noch schneller geht es wenn man die unlackierten Teile zuvor auf den Ofen stellt, damit sie komplett durchwärmt sind).

Ich konnte mir so fünf verschiedene Gegengewichte herstellen, welche zusammen ein Gewicht von ca 25kg haben.